Dezember

Der Garten im Dezember

 

Allgemeines

  • Beim Pflanzen im Dezember muss man darauf achten, alle Aktivitäten nur bei frostfreiem Wetter durchzuführen (das gleiche gilt auch für den Schnitt)! Des Weiteren ist auf einen guten Bodenschluss zu achten, d. h. nach dem Pflanzen kräftig antreten, damit es nicht zu Frostschäden (Frosttrocknis) an den Wurzeln kommt. Vor dem Pflanzen sollte man die Gehölze über Nacht in Wasser stellen, damit sie ihre Reserven noch einmal auffüllen können.
  • Achten Sie beim Pflanzen von Bäumen und Sträuchern darauf, dass das Pflanzloch groß genug ist, sonst können sich die Wurzeln nicht ungestört ausbreiten. Etwas Hornmehl im Pflanzloch dient als Vorratsdüngung, ein Drahtkorb schützt vor Wühlmausfraß.
  • Nutzen Sie einen ruhigen Tag, um die Gartenwerkzeuge gründlich zu reinigen und eventuell einzufetten. Spritzgeräte müssen frostfrei aufbewahrt werden.
  • Vorsicht: Nach dem Schnitt eines kranken Baumes oder Strauches müssen die Schnittwerkzeuge gründlich desinfiziert werden. Am besten eignet sich dazu 70%iger Alkohol oder Spiritus, möglich ist auch kurzzeitiges Erhitzen.
  • Im Dezember sind alle Arbeiten im Garten stark abhängig von der Witterung. Häufig hat es aber auch milde und trockene Phasen, in denen Pflanz- und Schnittarbeiten ausgeführt werden können. Diese Zeiten sollte man konsequent nutzen, insbesondere für Pflanzarbeiten. Denn jeder Tag, den man früher pflanzt, kommt der späteren guten Entwicklung der Pflanzen zu Gute.
  • Raumdekoration: Wer am 4. Dezember so genannte „Barbarazweige“ für die Vase schneidet, kann zu Weihnachten mit einem blühenden Strauß rechnen. Dazu geeignet sind Schlehe, Kirsche, Forsythie, Zaubernuss, Kornelkirsche, Hasel und Weiden. Das Schneiden von Mistelzweigen ist dagegen nicht ganz unbedenklich, denn die extrem langsam wachsenden Pflanzen leiden unter der Sammelwut. Auf dem Markt angebotene Zweige sind z.T. 10 bis 20 Jahre alt!
  • Die Hagebutten der Hundsrose sind jetzt durch den Frost so weich geworden, dass sich die süßsaure Paste leicht aus der Schale pressen lässt und roh gegessen werden kann. Das ist pures Vitamin C.
  • Weihnachtssterne sind ein natürlicher Adventsschmuck. Achten Sie beim Kauf der Pflanzen darauf, dass sie nicht im Freien gestanden sind und gesunde Blätter haben. Beim Transport und in der Wohnung vertragen sie weder Kälte noch Zugluft, ebenso keine Staunässe. Übrigens: Gelbe oder blaue Weihnachtssterne sind keine neuen Zuchtformen, sondern mit Farbe besprüht!
  • Holzasche aus dem Kaminofen lässt sich als Dünger im Garten verwenden. Man sollte nur bedenken, dass in der Asche kein Stickstoff enthalten ist, was durch zusätzliche Düngemaßnahmen ausgeglichen werden muss. Speziell in Nadelholzasche ist der Kalkgehalt recht hoch, weshalb Moorbeetpflanzen wie Rhododendren nicht damit gedüngt werden sollten.
  • Gehölzpflege: Achten Sie bei vor längerer Zeit gepflanzten Gehölzen auf die Anbindestellen. Vergessene Stricke und Knoten würgen dem Gehölz leicht den Lebensnerv ab! Zu enge Stricke werden gelockert und wenn nötig neu gebunden. Ideal ist Kokosstrick oder spezielle Bindegurte.
  • Spaghettini mit Hokkaido: Hokkaido eignet sich auch sehr gut als Grundbestandteil für eine Pastasauce. Dabei wird der Kürbis mit dem Kartoffelschäler geschält, halbiert und von Kernen befreit (Verwendung der Kerne siehe unten). Die Frucht wird in Stücke geschnitten, wobei die erste Hälfte gröber als die zweite Hälfte zerschnitten werden kann. Die größeren Stücke werden gedünstet, bis das Fleisch sich leicht zerdrücken lässt. Dann werden Salz, Pfeffer, Honig und Sahne zugegeben. Die feineren Stücke können mit Zwiebeln und Möhrenwürfeln in einer Pfanne angebraten und anschließend in die vorbereitete Sauce eingerührt werden. Frische, feingehackte Kräuter runden das Ganze ab.
  • Geröstete Kürbiskerne: Bei jedem Kürbisgericht fallen auch eine Menge Kerne an, die zum Wegschmeißen viel zu schade sind. Sie werden in einem großen Passiersieb gewaschen und vom Mark getrennt. Anschließend werden die Kerne mit Salz und Olivenöl in einer Pfanne geröstet. Die Kerne können anschließend zum Trocknen ausgebreitet werden, bis das Öl eingetrocknet ist und zusammen mit Salz eine dünne Kruste auf den Kernen bildet.
  • Denken Sie daran: In der dunklen Jahreszeit benötigen die meisten Zimmerpflanzen – es sei denn, sie stehen über der Heizung – nur wenig Wasser. Zu häufiges Gießen führt zu Wurzelfäulnis.
  • Werkzeugpflege: Alle Gartengeräte sollten auf ihre Funktionsfähigkeit hin überprüft werden; kaputte Geräte sollten jetzt repariert oder ersetzt werden. Gartengeräte begleiten eine Gärtnerin oder einen Gärtner oft ein Leben lang. Deshalb sollten immer hochwertige Produkte gekauft und auf ihre Handlichkeit hin überprüft werden.
  • Geräte reinigen: Hand- und Motorgeräte werden gut gereinigt und geölt, bevor sie ins Winterlager gehen. Einige Werkzeuge bleiben ohnehin den ganzen Winter griffbereit liegen, so z.B. Spaten, Baumsägen und Gartenscheren.
  • Gartenumgestaltung: Auch wenn die Nachbarn schon mit der Gartenarbeit abgeschlossen haben, bleibt bei guter Witterung für die hartgesottenen Gärtnerinnen und Gärtner immer noch Zeit genug, Umgestaltungsarbeiten durchzuführen. So können bei frostfreier Witterung Pflasterarbeiten ausgeführt werden, es kann umgegraben, Boden verteilt und Sträucher und Bäume können gerodet werden. Denn, wer zügig arbeitet, dem wird auch im Dezember nicht kalt…
  • Im Winter sollten Sie darüber nachdenken, ob Sie zur frostfreien Zeit nicht doch das eine oder andere Gehölz aus dem Garten entfernen sollten, das durch massiven Befall mit Schädlingen oder Krankheiten stark gelitten hat. Insbesondere bei Rosen, aber auch beim Obst, gehören Pflanzenschutzprobleme bald der Vergangenheit an, sofern Sie resistente Sorten wählen.

 

Ziergarten

  • Kontrollieren Sie nach dem Laubfall die Rosenpflanzen auf Wucherungen. Meist handelt es sich dabei um Gallen der Rosengallwespe, die im Frühjahr an den Trieben ihre Eier ablegt. Um einen Befall zu verhindern, sollten Sie die Gallen abschneiden und vernichten.
  • Viele Steingartenpflanzen gehören zu den Frostkeimern. Man kann sie bereits jetzt im Frühbeet in eine Schale aussäen.
  • Gartenteich: Die Lebewesen im Gartenteich benötigen Luft. Denn auch im Winter zersetzen Bakterien am Grunde des Teiches organisches Material, wie Falllaub oder abgestorbene Wasserpflanzen. Dabei verbrauchen sie Sauerstoff, so dass die Gefahr des Sauerstoffmangels unter geschlossener Eisdecke im winterlichen Gartenteich am höchsten ist. Im schlimmsten Fall kann der Teich unbemerkt „umkippen“. Dadurch sterben die meisten Tiere im Teich. Auch Frösche, die sich zur Winterruhe im Schlamm eingegraben haben. Hängen Sie deshalb gebündeltes Schilfrohr ins Wasser, um den Luftaustausch zu ermöglichen. Schilfbereiche mit Röhricht verbessern ebenfalls die Sauerstoffversorgung im Teich.
  • Pflanzung: Anfang Dezember ist es wirklich Zeit, die letzten Blumenzwiebeln für das Frühjahr zu pflanzen. Dazu gehören: Schneeglöckchen, Märzenbecher, Krokusse, Alpenveilchen, Tulpen, Narzissen, Blausternchen, Schneeglanz, Winterlinge, Hundszahn etc. (siehe dazu auch Info 13). Achten Sie darauf, dass Sie Blumenzwiebeln aus „Kulturmaterial“ kaufen und keine Wildherkünfte verwenden. Besonders bei Schneeglöckchen, Alpenveilchen, Anemonen und Winterlingen werden immer noch viele Pflanzen aus der Natur entnommen. Übrigens: Früher gruben Gärtner Holunderblätter unterhalb der Zwiebeln im Boden ein. Der Geruch der Blätter soll Wühlmäuse zumindest so lange fernhalten, bis die Blätter zersetzt sind. Mehr zu wildgesammelten Blumenzwiebeln erfahren Sie unter Artenschutz.
  • Überwinterung: Zierpflanzen (z.B. Kübelpflanzen, Dahlienknollen, Zwiebeln) sollten während der Wintermonate öfters auf ihren gesundheitlichen Zustand überprüft werden. Zu beachten ist, dass das Substrat (Sand oder Stroh) in welche die Pflanzenteile gebettet wurden, nie vollständig trocken fallen darf. Das Medium darf aber auch auf keinen Fall zu feucht sein, um die Gefahr des Pilzbefalls auszuschließen.
  • Spätfrühjahrsblühende Gehölze wie Falscher Jasmin und Kolkwitzie können Sie jetzt etwas auslichten, indem Sie altes Holz herausschneiden. Verzichten Sie jedoch auf starke Schnittmaßnahmen, die Feuerdorn dagegen bestens verträgt.
  • Wenn Sie eine Sichtschutzhecke pflanzen wollen, können Sie neben immergrünen Gehölzen auch Hainbuchen dafür wählen. Nimmt man die Zeit der dürren Blätter dazu, ist die Hainbuche fast das ganze Jahr voll belaubt und bietet auch in den Wintermonaten effektiven Sicht- und Windschutz.
  • Überwinterung: Wenn der erste Frost die Blätter von Dahlien und Blumenrohr (Canna) zerstört hat, werden die Knollen ausgegraben und an einem frostfreien Ort nicht zu trocken und nicht zu feucht überwintert. Jetzt ist es höchste Zeit, sich dieser Aufgabe zu widmen.

 

Nutzgarten

  • Wenn Sie einen wüchsigen Petersilienbestand im Garten mit einem Foliendach überbauen, können Sie das Gewürzkraut bei milder Witterung bis in den Winter hinein ernten.
  • Winterharte Lauchsorten können bis ins nächste Frühjahr im Garten stehen bleiben. Häufeln Sie die Pflanzen jetzt noch einmal mit Laub an, dann sind die Stangen geschützt und bleiben gebleicht.
  • Saatgut: Der Dezember kann auch schon genutzt werden, um zu überprüfen, ob alle für die Frühjahrssaat erforderlichen Sämereien für den Zier- und Gemüsegarten vorhanden sind; fehlende werden angeschafft, um die Arbeiten im Frühjahr nicht zu behindern.
  • Winterschutz: Frostempfindliche Obstgehölze (Aprikosen, Pfirsiche, Kiwis, Wein) können jetzt mit Reisig oder Reetmanschetten vor Frost geschützt werden. Besonders gefährdet sind Jungpflanzen. Auf der Rinde von sonnenexponierten Bäumen treten an sonnigen Wintertagen extreme Temperaturschwankungen auf. Kalkanstriche können die Bäume vor Frostrissen schützen (Die weiße Farbe reflektiert und verhindert, dass sich die dunkle Rinde aufheizt).
  • Sobald der Wurzelballen des Schnittlauchs im Garten einmal durchgefroren ist, kann man ihn ausgraben und eintopfen, um ihn in der Küche am Fensterbrett anzutreiben. Auf diese Weise steht auch im Winter das gesunde Grün zur Verfügung.
  • Saatgut: Die im Laufe des Jahres geernteten Sämereien sollten öfters kontrolliert werden um eventuelle Ausfälle durch Schadorganismen zu verhindern. Sind die geernteten Samen darüber hinaus noch nicht gereinigt worden, lässt sich diese Arbeit nun durchführen. Das gereinigte Saatgut sollte optimalerweise in Leinensäckchen an kühlen, trocknen und dunklen Orten gelagert werden wobei eine genaue Kennzeichnung des Saatgutes mit Art bzw. Sorte und Erntejahr unerlässlich ist.
  • Wer im verschneiten Gemüsegarten noch umgräbt, darf den Schnee nicht mit eingraben. Er verzögert im Frühjahr die Erwärmung des Bodens. Als schützende Decke auf der Erde ist Schnee dagegen sehr erwünscht.
  • Nutzen Sie den Winter, um die Gartenarbeit fürs kommende Frühjahr vorzubereiten. Jetzt können Sie beispielsweise in Ruhe die neuen Kataloge der Saatgutfirmen wälzen und die gewünschten Arten und Sorten auswählen. Bevorzugen Sie dabei möglichst Sorten, die als weitgehend resistent oder tolerant gegenüber Krankheiten deklariert werden.

 

Obstgarten

  • Pflanzen von Apfelbäumen: Achten Sie bei der Auswahl der Bäume auf robuste, resistente oder wenig anfällige Sorten. Aber aufgepasst: in einigen unqualifizierten Angeboten im Internet findet man mitunter viele Sorten unter der Überschrift „resistent“. So werden z. B. des Öfteren auch die Pi-Sorten aus Pillnitz (Pinova, Pilot etc.) fälschlicherweise so angepriesen!
    Apfelsorten mit hoher Schorftoleranz + geringer Mehltauanfälligkeit (Auswahl): Retina, Reglindis, Rubinola, Resi, Topaz, Florina, Goldrush
  • Schutz vor Wildverbiss bei jungen Bäumen: Neben einem Wilddichten Drahtzaun kann man auch Stammschützer aus Kunststoff oder sog. Drahthosen direkt am Stamm gegen Verbissschäden anlegen.
  • Der Anbau von Mirabellen ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Das ist eigentlich schade, denn die Früchte haben ein besonderes Aroma und lassen sich vielfältig verwerten: Neben dem Frischverzehr lassen sich sehr delikate Marmeladen herstellen. So lässt sich die Sonne des Sommers wunderbar für den Winter konservieren. Sollte es einmal zuviel geben, kann man einen sehr aromatischen und geschätzten Mirabellenbrand destillieren lassen. Mirabellen sind recht anspruchslos, die meisten Bäume sind auf St. Julien A veredelt. Als Standraum sollte man ca. 20 qm einplanen. Sorten: Metzer Mirabelle‚ Mirabelle de Nancy‚ Bellamira‚ Miragrande
  • Pfropfreiser von früh austreibenden Obstarten wie Süßkirschen müssen bereits im Dezember an frostfreien Tagen geschnitten werden. Achtung: Zum Veredeln eignen sich nur gut ausgereifte, einjährige, gesunde Triebe, am besten von der besonnten Seite der Baumkrone.
  • Bei offenem Wetter können von Himbeeren Wurzelschnittlinge gezogen werden. Dazu werden 10 cm lange Wurzelabschnitte mit den Knospen nach oben flach in ein Pflanzbeet mit lockerer Erde gelegt und vollständig aber flach mit Boden abgedeckt. Brombeeren oder Weinbeeren vermehren Sie einfach, in dem Sie die Enden langer Ruten mit Erde bedecken oder mit einem Stein beschweren. Bis zum Frühjahr haben die Triebe bereits Wurzeln geschlagen und können abgetrennt werden.
  • Die im Herbst angelegten Leimringe an Obstbaumstämmen sind im Dezember oft nicht mehr gut fängig und sollten darum erneuert werden. Staub und Schmutz auf dem Leim ermöglichen es den noch aktiven Frostspannerweibchen, die Ringe zu überbrücken.
  • Kontrollieren Sie im Winter von Zeit zu Zeit die Erdbeerpflanzen. Häufig hebt der Frost die kleinen Pflanzen aus der Erde, so dass die Wurzeln freiliegen und erfrieren können. Rechtzeitiges Abdecken der Wurzeln mit Erde oder Kompost kann dies verhindern.
  • Alle beim winterlichen Schnitt entstehenden größeren Wunden sollten mit Wundverschlussmittel behandelt werden. Tragen Sie das Mittel nicht nur auf die glatt geschnittenen Wundflächen lückenlos auf, sondern verstreichen Sie auch die seitlichen Randzonen, damit das Mittel die Wunde haubenartig überzieht.
  • Auch bei Obstbäumen können an frostfreien Tagen Edelreiser geschnitten werden. Dazu werden gut ausgereifte, mindestens bleistiftstarke Triebe aus der Sonnenseite des Baumes verwendet, die nach dem Schnitt an einer schattigen nicht zu feuchten und nicht zu trockenen Stelle im Gartenboden eingeschlagen werden.